Diffamiert, psychiatrisiert, ausgegrenzt: Von Elektrohypersensitivität (EHS) betroffenen MitbürgerInnen ist angesichts rasant steigender Strahlenbelastung eine normale Lebensgestaltung nahezu unmöglich geworden. Jetzt mahnt ein Aktionsbündnis von mehr als 40 europäischen Elektrosensiblen-Verbänden mit verschiedenen Initiativen auf internationaler Ebene erneut Aufmerksamkeit für die Situation EHS Betroffener an.

In einem Offenen Brief an den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EESC), deutsche Übersetzung 16. November 2016, heißt es:

Die europäischen Vereinigungen zur Verteidigung der Rechte elektrohypersensibler Menschen (EHS) … bitten nach der Empfehlung durch die Europäische Ombudsfrau vom 19. September 2016 um eine Korrektur der Abstimmung vom 22. Januar 2016 wegen Interessenkonflikten und Regelverstössen. Weiterhin fordern wir in diesem Zusammenhang ein vollständig neues Gutachten zu elektromagnetischer Hypersensibilität … >>>

Presseerklärung, 18. November 2016:

Interessenkonflikt und Verfahrensfehler in beratender Institution der EU anerkannt. Ombudsfrau bestätigt Vorwürfe, wonach die umfassende Anerkennung von Elektrohypersensibilität (EHS) und Schutzvorkehrungen für die Bürger verhindert wurden … >>>

In diesem Sommer wurde unter Federführung spanischer Organisationen (PECCEM) Papst Franziskus auf dem Weltjugendtag in Krakau, 26. – 31. Juli 2016, ein Offener Brief übergeben: Ein verzweifelter Ruf aufgrund von ‚Laudato Si, ins Deutsche übersetzt vom Verein für Elektrosensible und Mobilfunkgeschädigte München e.V.:

(Aus dem Offenen Brief:)

Viele von uns leiden unter den Auswirkungen der zunehmenden künstlichen Strahlung. Oft leben wir in verzweifelten Situationen. Unsere Existenz wird zunehmend schwierig, manchmal beinahe unmöglich. Viele sind krank geworden und unser Zustand entspricht keinem menschenwürdigen Leben mehr … >>>

Die europäische Politik nimmt bislang kaum Notiz. Besonders umstritten: Im November 2014 hatten europäische EHS Gruppen einen Antrag für den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EESC) erarbeitet, der aufgrund eines kurzfristigen industriegefälligen Gegenantrags in der EESC Plenartagung vom 21. Januar 2015 nicht berücksichtigt wurde. Gegen diesen Entscheid haben seither zahlreiche europäische Organisationen, auch die Kompetenzinitiative, Einspruch bei der Europäischen Bürgerbeauftragten Emely O’Reilly eingelegt.

Dokumente zum Geschehen im Ausschuss EESC – deutsch  >>>  – english >>>

Das langwierige Engagement vor allem spanischer, französischer und englischer EHS Gruppen führte dazu, dass die Bürgerbeauftragte erst kürzlich im September 2016 fehlerhaftes Verwaltungshandeln im EESC einräumte. Das europäische Aktionsbündnis der Elektrosensiblen fordert deshalb aktuell den sofortigen Beginn eines neuen Antrags unter Mitwirkung unabhängiger Wissenschaft, Ärzteschaft und Betroffenen-Organisationen.

(Aus der internationalen Pressemitteilung, 25. Oktober 2016, deutsch: Christine Aschermann:)

Die Bürgerbeauftragte erkannte die Beschwerde … an mit der Begründung, dass die Zeit von einem Tag nicht ausgereicht habe, sich gründlich zu informieren, dass die Interessenkonflikte nicht transparent gemacht worden seien … >>>

Das europäische Aktionsbündnis arbeitet derzeit an der Fortsetzung des Manifestes der Europäischen Bürgerinitiative (ECI) für eine Regulierung der elektromagnetischen Belastung auf europäischer Ebene. Informationen TOWARDS AN EUROPEAN CITIZENS’ INITIATIVE (ECI) IN FAVOUR OF A PRECAUTIONARY REGULATION OF THE EMF EXPOSURE … >>>

 

 

 

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