In umwelt-medizin-gesellschaft 3/2009 berichtet Cornelia Waldmann-Selsam vom Fall eines 38-jährigen Nachrichtentechnikers mit gesundheitlichen Störungen aufgrund von Strahlenbelastung.

Bei dem Patienten, der ab 1993 am Aufbau des D-Netzes mitarbeitete, trat 1995 bei Arbeiten an einer BCE (Base Control Equipment) nach einem 15-minütigen linksseitigen Handytelefonat ein starkes Taubheits- und Druckgefühl an der linken Schläfenseite auf. Diese Symptomatik, ergänzt durch Sensibilitätsstörungen der linken Körperseite und linksseitige Brustschwellung, trat in der Folgezeit in der Nähe jeglicher Hochfrequenzsender (Handy, DECT-Telefon, Mobilfunksender) auf. Weitere Symptome (Abgeschlagenheit, thorakales Engegefühl, Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Juckreiz) kamen hinzu. Für die aufgesuchten Ärzte war das Krankheitsbild zunächst neu. Sie waren ratlos. Auffällig war jedoch, dass die Symptome bei konsequentem Meiden jeglicher Hochfrequenzexposition weitgehend verschwanden.

In Expositionsversuchen (Handy) wurden auffällige EEG-Veränderungen, Perfusionsstörungen der linken Hirnhemisphäre und eine Reduktion der Mikrozirkulation objektiv nachgewiesen. Der Familienvater wurde im Jahr 2000 in den Vorruhestand versetzt. Nach Umschulung in einen Beruf ohne Hochfrequenzexposition war er weitgehend beschwerdefrei (…)  >>>